IG Metall startet Protestaktionen

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04.06.2008 Nach ende der Friedenspflicht am 04.06 erhöht die IG Metall in Karlsruhe und Ettlingen flächendeckkend mit Warnstreiks den Druck für eine neue Altersteilzeit.

Karlsruhe (04.06.2008) - Nach den ergebnislosen Verhandlungen über einen neuen Altersteilzeit-Tarifvertrag erhöht auch die IG Metall Karlsruhe den Druck auf die Arbeitgeber. Am morgigen Donnerstag (05.06.) werden Gewerkschafter aus zwölf Karlsruher Betrieben bei Warnstreiks deutlich machen, dass die Al-tersteilzeit eine wirtschafts- und sozialpolitische Notwendigkeit darstellt. Ausge¬stattet mit Transparenten und Trillerpfeifen werden sie sich unter anderem auf der Vogesenbrücke beim Entenfang versammeln und eine symbolische Beschäfti-gungsbrücke für Jung und Alt bilden ( ab 13.45 Uhr). Am Freitag (06.06.) legen in Ettlingen Beschäftigte von neun Unternehmen befristet die Arbeit nieder. Eine weitere symbolische Beschäftigungsbrücke werden die Metaller dann über die Clevedonerbrücke über die B 3 bilden (ab12.30 Uhr). Damit verdeutlichen sie die Bedeutung der Altersteilzeit als Brücke sowohl für Jüngeren in Erwerbsleben als auch für Ältere in den Ruhestand unter akzeptablen finanziellen sowie gesund-heitlichen Bedingungen.
Der Protest richtet sich gegen die Blockade des Arbeitgeberverbandes Südwest-metall, mit dem die IG Metall Baden-Württemberg stellvertretend für die Branche über einen neuen Tarifvertrag verhandelt. Die gegenwärtige BA Förderung der Altersteilzeit läuft Ende 2009 aus. Nach den Vorstellungen der Arbeitgeber soll die Altersteilzeit künftig nur noch für Beschäftigte möglich sein, die bei einer Betriebszugehörigkeit von mindestens 20 Jahren während der letzten 15 Jahre mindestens zwölf in Drei-Schicht-Arbeit oder in Dauernachtschicht gearbeitet haben. "Die Arbeitgeber haben wieder mal zu tief ins neoliberale Glas geschaut", kritisierte der 1. Bevollmächtigte Angel Stürmlinger. Die Forderungen bedeuten eine faktische Aufhebung der Altersteilzeit. "Lange Betriebszugehörigkeiten gibt es immer weniger", erklärte Stürmlinger. Außerdem hätten dann zum Beispiel Angestellte und Ingenieure so gut wie keine Möglichkeit mehr zu einem früheren Ausstieg über die Altersteilzeit. Die IG Metall will dagegen die Mitbestimmungs-rechte der Betriebsräte stärken und die finanzielle Ausstattung der Altersteilzeit verbessern sowie genaue Regelungen für die Altersteilzeit festschreiben.

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Metallnachrichten

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Letzte Änderung: 04.06.2008